Beitrag im sgp INSIDER 19/2018

Warte nicht auf die Chance - sei sie!

Der Healthcare Frauen e.V., Deutschlands einziger Verein für Frauen in Führungspositionen im Gesundheitswesen, hielt im Meliá Berlin in der Friedrichstraße seine diesjährige Herbsttagung ab.


„Der Vorname eines Vorstands in einem DAX-Unternehmen ist Thomas. Er wurde 1964 in Westdeutschland geboren und dort zum Wirtschaftswissenschaftler oder Ingenieur ausgebildet.“ Mit dieser Kuriorität, die nach einer aktuellen Studie der AllBright Stiftung der Wirklichkeit entspricht, begrüßte Astrid Stubenvoll, Geschäftsführerin des Healthcare Frauen e.V. (HCF), die rund 100 Frauen, die zur diesjährigen Herbsttagung erschienen waren.

„Wir wollen alte Strukturen aufbrechen und junge Frauen ermutigen, ihre Kompetenzen, ihre Weiblichkeit einzubringen“, betonte Stubenvoll. „Ganz wichtig ist, dass wir uns selber und auch den jungen Führungsfrauen sagen, „Du darfst Frau bleiben – du musst es sogar“. Und auch dazu braucht es Mut. Mir hatte das, als ich in den Strukturen meiner Firma gewachsen bin, niemand gesagt. Wir denken anders, wir agieren anders. Wir wollen ein Miteinander.“
Die „Tho-Masse“ in grauen Anzügen in den obersten Etagen der einflussreichsten Unter- nehmen sind tatsächlich der Durchschnitt der deutschen Unternehmensführung.

93 Prozent der Vorstandsmitglieder sind Männer. Man umgibt sich eben lieber mit seinesgleichen, aber bewegt sich dadurch auch in immer gleichen Strukturen. Da fühlt man sich sicher wie in einer Ehe, die eigentlich schon längst nicht mehr existiert, aber aus Bequemlichkeit aufrecht erhalten wird. Mut zu Variablen ist vielerorts nicht vorhanden – was tatsächlich auch weiter schwierig sein wird für den durchschnittlichen CEO - denn dieser Mut und diese Flexibilität ist eine Eigenschaft, die oft Frauen mitbringen.